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Die Handstickmaschine

Handstickmaschine

Das Zeitalter der Maschinenstickerei begann 1828/29. Vorerst waren es nur Patentanmeldungen, die in erste Prototypen von Handstickmaschinen mündeten. Es bedurfte weiterer Verbesserungen bis mit diesen Maschinen verkaufsfähige Stickereien hergestellt werden konnten. Erst nach 1845 gelang es, praxistaugliche Handstickmaschinen herzustellen.
Die Produktivität der Maschine war für die damalige Zeit beachtlich, was den Preis für einfache Stickereien verringerte. Allmählich entwickelte sich die Maschinenstickerei zu einem ernstzunehmenden Konkurrent für die Handstickerei. Damals hatte die Schweiz das Monopol auf Handstickmaschinen und dieses Monopol wollte man behalten. So gelang es erst 1857/58, zwei brauchbare Schweizer Maschinen nach Plauen zu überführen. Damit begann der Siegeszug der maschinellen Stickerei nun auch im Vogtland.

Vor dem ersten Weltkrieg gab es im Vogtland an die 5300 Handstickmaschinen, doch da war die große Zeit dieser Maschine schon vorbei. In den 1980er Jahren wurden in den Stickereien die letzten Handstickmaschinen ausgemustert. Heute gibt es nur noch einzelne Exemplare in den Museen in Eibenstock, Chemnitz und in der Schaustickerei.
Die Handstickmaschine der Schaustickerei stammt ursprünglich aus einer kleinen Lohnstickerei in Auerbach. Gebaut wurde sie 1909 in Chemnitz in der Maschinenfabrik Kappel. Seit 2002 steht die Maschine in der Schaustickerei und dient heute als Vorführmaschine.
Die Handstickmaschine arbeitet mit einem Einfadensystem. Sie kann mit maximal 495 Nadeln bei 4/4 Rapport (27 mm Nadelabstand) sticken. Zur Arbeitsweise unserer Handstickmaschine haben wir im Portal sachsen.museum-digital weitere Informationen zusammengetragen.

Zur Erfindungsgeschichte und zu den ersten Besitzern von Handstickmaschinen hat unser Vereinsfreund Heino Strobel kürzlich eine 100-seitige Publikation veröffentlicht. Sie behandelt die Anfänge dieser ersten Stickmaschinengeneration, die es ermöglichte, dass Stickereierzeugnisse auch für weniger Betuchte erschwinglich wurden. Das Buch kann in Bibliotheken und ausgewählten Museen eingesehen werden.

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