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	<title>Kleinstickmaschinen &#8211; Schaustickerei</title>
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	<title>Kleinstickmaschinen &#8211; Schaustickerei</title>
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		<title>Kleinstickmuster übertragen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Mar 2025 14:12:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kleinstickmaschinen]]></category>
		<category><![CDATA[Spitze & Stickerei]]></category>
		<category><![CDATA[Nähmaschine]]></category>
		<category><![CDATA[Schaustickerei]]></category>
		<category><![CDATA[Stickmaschine]]></category>
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					<description><![CDATA[Stets steht eine Vorstellung von einem Motiv oder eine Musterzeichnung am Beginn eines Stickprozesses. Bei den Kleinstick- und den Freiarm-Nähmaschinen (Stepp-, Adler- [&#8230;]]]></description>
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<p>Stets steht eine Vorstellung von einem Motiv oder eine Musterzeichnung am Beginn eines Stickprozesses. Bei den Kleinstick- und den Freiarm-Nähmaschinen (Stepp-, Adler- oder Kurbelstickerei) wird die Mustervorlage direkt auf den zu bestickenden Stoff übertragen. Im einfachsten Fall zeichnet man das Muster mit einem wasserlöslichen Markierstift auf den Stoff und stickt es ab.</p>



<p>Oft ist jedoch das Ziel, mehrmals das gleiche Muster zu sticken. Dann bedarf es einer Schablone oder Mustervorlage. Üblicherweise kann man heute Stickmuster-Vorlagen käuflich erwerben. Man klebt oder bügelt das dünne Stickvlies mit dem Muster auf den zu bestickenden Stoff. Ist die Stickerei beendet wäscht man das Vlies mit warmen Wasser aus.</p>



<p>Besonders bliebt waren früher Kupfer-Schablonen für ein häufig wiederkehrendes Motiv, oft waren das Buchstabenmotive. Denn einst mussten die Wäschestücke der Aussteuer mit den Initialen der Frau gezeichnet werden. Da waren gestickte Monogramme eine besonders haltbare Form der Wäschezeichnung. Für diese Stickereien wurden Kupfer-Schablonen mit verschiedenen Zierschriften im Handel angeboten. Die Schablone wurde auf den zu bestickenden Stoff gelegt und mit einer Lösung aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4scheblau" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4scheblau" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Wäscheblau</mark></a> bestrichen. Der so abgebildete Buchstabe konnte nun gestickt und das Wäscheblau nachträglich ausgewaschen werden. Der Prozess war unbegrenzt wiederholbar.</p>



<p>Aufwändiger war es, wenn von einem individuellen Muster eine Kleinserie hergestellte werden musste, wie dies in der gewerblichen Kleinstickerei häufig vorkam. Hierfür wurde eine mehrfach verwendbare Schablone des Musters aus Transparentpapier hergestellt. Dazu zeichnete man das Muster auf Transparentpapier. Im Anschluss erzeugte man die Schablone, indem man die Konturen der Musterelemente sehr fein perforiert. Dies kann mit Hilfe einer dünnen Nadel manuell erfolgen. In der gewerblichen Stickerei verwendete man dafür eine Schablonen-Stechmaschine.</p>



<p>Mit der so erstellten Musterschablone konnte man das Muster auf den Stoff übertragen. Dazu wurde das perforierte Transparentpapier auf den zu bestickenden Stoff aufgelegt. Nun reibt man ein auswaschbares Farbpulver über das Papier. Dabei wird die Musterkontur auf den Stoff durchgepaust. Als Farbpulver verwendete man oft Wäscheblau in Pulverform, aber auch Graphit-, Holzkohle- oder Kreidepulver für dunkle Stoffe.<br>Manchmal wurden die entstandenen Musterkonturen nachträglich mit einem Markierstift nachgezogen. Je nach verwendetem Farbpulver oder Markierstift fixierte man die Kontur mit Spiritus, der mittels Zerstäuber aufgetragen wurde.</p>



<p>Die <a href="https://sachsen.museum-digital.de/object/35357" data-type="link" data-id="https://sachsen.museum-digital.de/object/35357" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Schablonen-Stechmaschinen</mark></a> (auch als Stüpfelmaschine bezeichnet) waren in verschiedenen Ausführungen ab 1840 bis in die 1960er Jahre im Einsatz. Die Stechmaschine besteht &#8211; wie bei der manuellen Arbeitsweise &#8211; aus einer feinen Nadel, welche durch einen mittels Fußwippe in Gang gesetzten Kurbelmechanismus auf und nieder bewegt wird. Damit wird das Transparentpapier entlang der Musterkontur kontinuierlich perforiert, was eine erhebliche Zeit- und Arbeitseinsparung beim Schabonieren war.</p>



<p>In der Schaustickerei ist eine Schablonen-Stechmaschine aus der Zeit um 1900 ausgestellt. Die Maschine wurde von der Firma Louis Axthelm, Fürstenstraße 14, in Plauen gebaut. Die Firma entstand in den 1880er Jahren als Messinggießerei und Dreherei. Etwa ab 1895 bis in die 1920er Jahre wurden von Axthelm auch Schablonen-Stechmaschinen gebaut.</p>



<p></p>
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		<title>Die Cornely-Maschine</title>
		<link>https://www.schaustickerei-plauen.de/die-cornely-maschine/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Apr 2024 12:50:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kleinstickmaschinen]]></category>
		<category><![CDATA[Kettenstich]]></category>
		<category><![CDATA[Kurbelstickerei]]></category>
		<category><![CDATA[Stickerei]]></category>
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					<description><![CDATA[In den 1860er Jahren tüftelten Erfinder an der Konstruktion einer Maschine, bei der der Kettenstich nicht als Nähstich, sondern als Zierstich ausgeführt [&#8230;]]]></description>
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<p>In den 1860er Jahren tüftelten Erfinder an der Konstruktion einer Maschine, bei der der Kettenstich nicht als Nähstich, sondern als Zierstich ausgeführt wird. Gerade im Vogtland und Erzgebirge, wo die Kettenstich-Stickerei mit der Hand (Tambourieren) weit verbreitet war, baute man <a href="https://www.schaustickerei-plauen.de/die-vogtlaendische-tamburiermaschine/" data-type="link" data-id="https://www.schaustickerei-plauen.de/die-vogtlaendische-tamburiermaschine/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">erste Tambourier-Maschinen</mark></a>. Diese Freiarm-Maschinen waren komplizierte Geräte, die sich im praktischen Betrieb nicht bewährten.</p>



<p>Im technisch hoch entwickelten Frankreich dachte man damals ebenfalls über Tambourier-Maschinen nach. So befasste sich auch der junge Schlosser Antoine Bonnaz (1836-1915) Anfang der 1860er Jahre mit der <a href="https://www.schaustickerei-plauen.de/die-anfaenge-der-kurbelstickmaschine/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Verbesserung der Kettenstich-Maschine</mark></a>. Dabei erfand er einen Mechanismus für den Stofftransport mittels einer Kurbelsteuerung. Damit war eine gleichmäßige Stoffführung in alle Richtungen während des Stickens möglich. Das französische Patent Nr. 59721 vom 18. April 1863 gilt als Erfindung der Kurbelstickmaschine.</p>



<p>Im Jahr 1866 kommt der junge Erfinder in Kontakt mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Carl_Gritzner" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Max Carl Gritzner (1825-1886)</mark></a>. Zu diesem Zeitpunkt ist Gritzner bereits Generalvertreter der amerikanischen Nähmaschinenfirma Willcox &amp; Gibbs in Europa. Am 6. Dezember 1866 schließen Gritzner und Bonnaz eine private Vereinbarung über die Produktion und den Verkauf der Bonnaz’schen Kurbelstickmaschine. Bonnaz räumt Gritzner darin das alleinige Recht zum Verkauf seiner Maschine in Frankreich und Spanien ein. Im Gegenzug erhält Bonnaz einen Bonus auf jede verkaufte Maschine von 50 Franc.</p>



<p>Um die Herstellung der Maschine zu erleichtern richtet Gritzner 1867 in Paris eine Werkstatt ein, Werkstattleiter wird Antoine Bonnaz. Allmählich kommt die Produktion in Gang und bis April 1868 hatte Bonnaz 26 Maschinen an Gritzner ausgeliefert. Bonnaz tüftelt ständig weiter an seiner Erfindung und verbessert so die Funktionsweise. Eine erste Patentergänzung reicht Bonnaz bereits 1866 ein. Weitere Modifikationen machen die Maschine endgültig industrietauglich, sie sind im Patent vom Juli 1868 beschrieben.</p>



<p>Ende der 1860er Jahre übernimmt der gebürtige Deutsche Emile Cornely (1824-1913) von Gritzner die Generalvertretung von Willcox &amp; Gibbs für Europa. Die bisher gültige, private Vereinbarung mit Bonnaz aus dem Jahr 1866 wird am 24. Dezember 1869 durch einen notariellen Vertrag ersetzt. Im wesentlichen ist es eine Fortsetzung der bisherigen Vereinbarung. Anstelle von Gritzner erhält nun Cornely das alleinige Rechte auf Herstellung und Vertrieb der Maschine. Bonnaz kassiert 50 France Bonus je verkaufter Maschine und bleibt von sonstigen Kosten verschont.</p>



<p>Was für beide Vertragsparteien nicht vorhersehbar war, ist der um 1870 einsetzende geschäftliche Erfolg der Kurbelstickmaschine. Das führte zu Streitigkeiten zwischen Bonnaz und Cornely um vertragliche Auslegungen, was 1874 in einen Rechtsstreit mündet. Bonnaz beantragt nun die Kündigung der 1869 gewährten Übertragungsrecht an Cornely (1). <br>Schließlich muss ein Expertengutachten zu rate gezogen werden. Im Ergebnis der 1876 erfolgten Rechtsprechung werden die vereinbarten Übertragungsrechte der Maschine an Emile Cornely bestätigt und jegliche Schadenersatzforderungen von Bonnaz abgewiesen (2).</p>



<p>Das Ergebnis des Prozesses mag für Antoine Bonnaz eine herbe Enttäuschung gewesen sein. Er hatte damit wesentliche Teile seiner Patentrechte endgültig an Cornely verloren, behielt jedoch die Boni-Zahlung. Der <a href="https://www.schaustickerei-plauen.de/erzgeb-vogtl-kurbelstickerei/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Erfolg der „Cornely&#8220;-Maschine</mark></a> war in den folgenden Jahren überwältigend. Bereits 1875 hatte Cornely ca. 6.000 Maschinen verkauft. Somit waren auch Boni in Höhe von 300.000 Franc an Bonnaz geflossen.</p>



<p>Literatur/Quellen:<br>(1) Conclusions pour Cornèly contre Bonnaz (1875): https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k1508745v<br>(2) Rapport d&#8217;experts par MM. Pierre Celliez, Jousselin, Lemoine &#8211; dans l&#8217;affaire Bonnaz contre Cornely (1877): https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k320982c</p>
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		<title>Die vogtländische Tamburiermaschine</title>
		<link>https://www.schaustickerei-plauen.de/die-vogtlaendische-tamburiermaschine/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 May 2022 10:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kleinstickmaschinen]]></category>
		<category><![CDATA[Bonnaz]]></category>
		<category><![CDATA[Cornely]]></category>
		<category><![CDATA[Kettenstich]]></category>
		<category><![CDATA[Kurbelstickerei]]></category>
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					<description><![CDATA[Im 19. Jhd. gab es viele Tüftler, die mit bescheidenen Mitteln geniale technische Lösungen hervorbrachten. Einer von ihnen war der Plauener Gottfried [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Im 19. Jhd. gab es viele Tüftler, die mit bescheidenen Mitteln geniale technische Lösungen hervorbrachten. Einer von ihnen war der Plauener Gottfried Leonhard Hadam. Er wurde um 1813 in Plauen geboren und erlernte den Beruf eines Uhrmachers. In den 1850er Jahren befand sich seine Werkstatt am Schulberg, als er in den 1860er Jahren seine Werkstatt vergrößerte, zog er in die Gartenstraße.</p>



<p>Mit der aufkommenden Mechanisierung wurde Gottfried Leonhard Hadam auch mit den technischen Problemen im vogtländischen Textilgewerbe konfrontiert. Sein besonders Interesse galt dabei dem Bau einer handgeführten Kettenstichmaschine. Die im Westerzgebirge und Vogtland weit verbreitete Kettenstich-Stickerei, das Tamburieren, war um 1860 noch Handarbeit. Hierfür eine Maschine zu entwickeln, mit der auch größere Flächen bemustert werden konnten, war ein Herausforderung. Hadam hielt dies für eine lösbare Aufgabe.</p>



<p>Auch Erfinder in Süddeutschland und der Schweiz tüftelten damals an einer Tamburiermaschine. So beauftragte 1864 ein Schweizer Weißwarenfabrikant den Maschinenbauer Johann Michael Schatz (1814-1866) aus Weingarten bei Ravensburg mit dem Bau einer Tamburiermaschine. Dies gelang und seine Maschine &#8222;Schatz I&#8220; wurde 1866 zum Patent angemeldet. Über den Plauener Weißwarenhändler G. F. Schmidt erhielt auch der Maschinenbauer <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrchtegott_Moritz_Albert_Voigt" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrchtegott_Moritz_Albert_Voigt" target="_blank"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Moritz Albert Voigt (1829-1895)</mark></a> aus Kappel (Chemnitz) das Recht zum Nachbau und Vertrieb der Schatz‘schen Maschine (1). Die von Voigt verbesserte Tamburiermaschine wurde unter der Bezeichnung „System Voigt“ ab 1867 auch im Vogtland verkauft.</p>



<p>Der Plauener Mechaniker Gottfried Leonhard Hadam entwickelte und baute seine Maschine ebenfalls um 1865. Sie gilt als erste vogtländische Tamburiermaschine. Ob Hadam von der Schatz‘schen Maschine Kenntnis hatte, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich wäre die Hadam‘sche Maschine längst in Vergessenheit geraten. Jedoch konnte der Plauener Mechaniker einige seiner Maschinen an Stickereigeschäfte u.a. in Auerbach und Lengenfeld verkaufen. So blieb das „System Hadam“ im Bewusstsein der Zeitgenossen und in den Berichten der Handelskammer lebendig.</p>



<p>Ab 1867 konkurrierten im Vogtland zwei Systeme um die Gunst der Kunden: Das „System Voigt“ von Moritz Albert Voigt aus Kappel (Chemnitz) und das „System Hadam“ von Gottfried Leonhard Hadam aus Plauen. Ende 1868 dürften an die 20 Maschinen beider Systeme verwendet worden sein. Sie arbeiteten u.a. in Auerbach, Lengenfeld, und Falkenstein (2).</p>



<p>Noch waren diese frühen Maschinen kompliziert und störanfällig. Auch die Meinung der Zeitgenossen zu den Tamburiermaschinen ging weit auseinander, sie reichte von „hat sich bewährt“ bis zu „zweifelhafter Nutzen“. Derartige Maschinen waren im deutschen Stickereigewerbe damals noch Exoten. Gerade die Plauener Fabrikanten hielten sie für unrentabel und setzten lieber auf die Fingerfertigkeit ihrer zahllosen Fabrik- und Heimarbeiterinnen. Doch dass sollte sich gerade in der Kettenstich-Stickerei bald ändern. Mit der Erfindung der Kurbelstickmaschine durch Antoine Bonnaz und deren geschickte <a href="https://www.schaustickerei-plauen.de/die-cornely-maschine/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Vermarktung durch Emil Cornely</mark></a> stand ab 1870 auch im Vogtland eine kleine, leistungsfähige Tamburiermaschine zur Verfügung. Diese Maschine trug zur weiteren Verbreitung der <a href="https://www.schaustickerei-plauen.de/erzgeb-vogtl-kurbelstickerei/" data-type="URL" data-id="https://www.schaustickerei-plauen.de/erzgeb-vogtl-kurbelstickerei/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Kurbelstickerei im Vogtland</mark></a> bei (Titelbild: private Kurbelstickerei der Heimarbeiterin Martha Fries, um 1900).</p>



<p>Gottfried Leonhard Hadam blieb seiner Tamburiermaschine treu und versuchte sich in späteren Jahren selbst als Tamburierer. Er starb um 1885 in Plauen. Doch das Konstrukteurs-Gen lag bei den Hadams wohl in der Familie, sein Sohn Friedrich Joseph Hadam (1848-1900) sollte später noch eine für das vogtländische Stickereigewerbe bedeutendere Erfindung machen &#8211; <a href="https://www.schaustickerei-plauen.de/hadams-faedelmaschine/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">die Einfädelmaschine</mark></a>.</p>



<p>Literatur:<br>(1) Anne Wanner: <a rel="noreferrer noopener" href="http://www.annatextiles.ch/publications/kettenstich/ketten.htm" target="_blank"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">http://www.annatextiles.ch/publications/kettenstich/ketten.htm</mark></a><br>(2) Alfred Gentzsch: Die sächsische Tamburgardinenstickerei, Dissertation, 1910</p>



<p>Für die Anregung zu diesem Beitrag danken wir unserem Vereinsfreund Dr. Heino Strobel.</p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Erzgeb.-vogtl. Kurbelstickerei</title>
		<link>https://www.schaustickerei-plauen.de/erzgeb-vogtl-kurbelstickerei/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Mar 2022 15:26:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kleinstickmaschinen]]></category>
		<category><![CDATA[Kettenstich]]></category>
		<category><![CDATA[Kurbelstickerei]]></category>
		<category><![CDATA[Kurbelstickmaschine]]></category>
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					<description><![CDATA[Nachdem wir die Anfänge der Kurbelstickmaschine beschrieben haben, möchten wir uns nun ihrer Verbreitung im Erzgebirge und Vogtland am Ende des 19. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Nachdem wir die <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.schaustickerei-plauen.de/die-anfaenge-der-kurbelstickmaschine/" data-type="URL" data-id="https://www.schaustickerei-plauen.de/die-anfaenge-der-kurbelstickmaschine/" target="_blank"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Anfänge der Kurbelstickmaschine</mark></a> beschrieben haben, möchten wir uns nun ihrer Verbreitung im Erzgebirge und Vogtland am Ende des 19. Jahrhunderts widmen.</p>



<p>Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Clara_Angermann" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Clara_Angermann" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Tambourieren</mark></a> entwickelte sich ab 1780 zu einem bedeutenden Industriezweig im westlichen Erzgebirge. Die aufwändigen Kettenstich-Stickereien aus der Region Eibenstock waren bei Verlegern gefragt. Dass eine neue <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kettenstich" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Kettenstich" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Kettenstich</mark></a>-Maschine das Tambourieren mit Hand alsbald ablösen sollte, schien wenig wahrscheinlich.<br>Als 1868 die erste Kettenstich-Maschine mit einer Kurbelsteuerung (Kurbelstickmaschine) in Plauen vorgestellt wurde, war die Neugier bei vielen Stickern groß. Das Interesse am Kauf der Maschine dagegen äußerst gering. Zwar erzeugte sie einen tadellosen Kettenstich, doch das hatte seinen Preis. Die Maschine der französischen Firma Cornely kostete damals 560 Mark (ca. 3.800 €), viel zu viel für das Budget der Heimarbeiter.</p>



<p>Ein Anderer sollte das Potential der <a href="https://sachsen.museum-digital.de/object/1095" data-type="URL" data-id="https://sachsen.museum-digital.de/object/1095" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Kurbelstickmaschine</mark></a> für die heimische Hausindustrie erschließen: Ludwig Gläss, ein Nähmaschinenhändler aus Eibenstock. Er kaufte um 1870 mehrere Cornely-Maschinen und bot diese zu günstigen Bedingungen mit kostenloser Schulung an. Bereits 1873 konnte Gläss, neben seinem Hauptgeschäft in Eibenstock, Filialen in Plauen und Schwarzenberg betreiben, wo er neben Nähmaschinen auch Kurbelstickmaschinen anbot. Trotz anfänglich großer Skepsis nahm das Tambourieren mit der Maschine in den 1870er Jahren im Erzgebirge und Vogtland Fahrt auf.</p>



<p>Was zuvor mit der Hand tambouriert wurde – Damenkleider, Gardinen, Schutzdecken (sogenannte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Antimakassar" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Antimakassar" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Antimakassare</mark></a>), aber auch Tücher für den Export nach Spanien, Tischdecken und Taschentücher für Hamburger Handelshäuser usw. – übernahm nach und nach die Cornely-Maschine. Auch in Chemnitz und Limbach wurden nun Cornely-Maschinen zum Verzieren von Handschuhen und Strümpfen eingesetzt.</p>



<p>Das wachsende Interesse an Cornely-Maschinen hatte zur Folge, dass in Deutschland mehrere Kurbelstickmaschinen-Fabriken entstanden. So wurden in Berlin 1873 Schirmer, Blau &amp; Co. und 1877 Lintz &amp; Eckhardt gegründet – die bekanntesten deutschen Hersteller. Auch die Maschinenfabrik Kappel in Chemnitz, die Firma G. Stein in Berlin u.a. entwickelten eigene Kurbelstickmaschinen, die jedoch weniger erfolgreich waren.<br>Der Wettbewerb der Maschinenbauer trieb die technische Entwicklung in den 1880er und 90er Jahren voran. Es entstanden feinmechanische Meisterwerke, die mit verschiedenen Zusatzeinrichtungen ungewöhnliche Zierstiche ermöglichten. Neben Ketten- und Moosstich konnten nun auch Litzen und Schnüre (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Soutache" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Soutache" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Soutache</mark></a>) aufgenäht werden. Es gab mehrnadlige Maschinen für nebeneinanderliegende Sticknähte oder Zweifaden-Kurbelmaschinen für schnurähnliche Verzierungen. Auch Perlen- und Paillettenstickereien waren mit diesen Maschinen möglich.</p>



<p>Vor allem die Modegeschäfte im In- und Ausland, aber auch Militär, Polizei und Feuerwehr oder die zahlreichen Vereine mit ihren Uniformen, Fahnen und Abzeichen waren dankbare Abnehmer von Kurbelstickereien.<br>Bereits 1889 waren in Deutschland über 24.000 Kurbelstickmaschinen im Einsatz. Sachsens vielfältige Textilindustrie war der größte Abnehmer von Kurbelmaschinen, hier liefen damals ca. 6.000 Maschinen. Die meisten dieser Maschinen ratterten in den Stuben der Heimarbeiter, verstreut über die Dörfer von Erzgebirge und Vogtland.</p>
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		<title>Musterkarten für den &#8222;Würker&#8220;</title>
		<link>https://www.schaustickerei-plauen.de/musterkarten-fuer-den-wuerker/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Feb 2022 20:27:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kleinstickmaschinen]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrkopf-Stickmaschine]]></category>
		<category><![CDATA[Musterkarte]]></category>
		<category><![CDATA[Würker]]></category>
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					<description><![CDATA[Als Max Bretschneider und Franz Josef Gahlert Anfang der 1920er Jahre die erste automatische Kleinstickmaschine entwickelten (siehe: Der legendäre „Würker“), standen die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Als Max Bretschneider und Franz Josef Gahlert Anfang der 1920er Jahre die erste automatische Kleinstickmaschine entwickelten (siehe: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.schaustickerei-plauen.de/der-legendaere-wuerker/" data-type="URL" data-id="https://www.schaustickerei-plauen.de/der-legendaere-wuerker/" target="_blank"><span class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Der legendäre „Würker“</span></a>), standen die Erfahrungen der VOMAG Pate. Bretschneider war als VOMAG-Ingenieur seit Jahren mit den Großstickautomaten des Plauener Maschinenbauers bestens vertraut.<br>Auch Gahlert war kein unbeschriebenes Blatt. Er hatte 1911 zu seiner bestehenden Firma Franz Gahlert &amp; Söhne in Weipert (CZ) eine Niederlassung in Bärenstein/Erzgeb. gegründet, die ausgefallene Stickereien herstellte. Gahlert hielt weit über hundert Patente zu technischen Lösungen der Textilindustrie. Allein mit Bretschneider hatte er an die 20 nationale und internationale Patente. Hiervon war der Kleinstickautomat nur eine Erfindung, die später recht bedeutend werden sollte.</p>



<p>Ab 1925 entwickelte Max Bretschneider bei der Firma Würker in Dresden den Kleinstickautomat zu einem produktiven Dreikopf-Stickautomat weiter. Um Gewerbetreibende für diese Stickmaschine zu interessieren, musste sie anwenderfreundlich sein. Bretschneider war klar, dass die aufwändige Lochkartenerstellung, wie sie für VOMAG-Stickautomaten üblich ist, nicht problemlos auf kleine Mehrkopfstickmaschinen übertragen werden kann. So ging er bei den Musterkarten für den Würker einen anderen, für die damalige Zeit ungewöhnlichen Weg.<br>Zuerst verringerte er das 164-mm-Format der VOMAG-Lochkarte auf die Größe von 68 mm, da der Kleinstickautomat deutlich weniger Steuerbefehle benötigt. Doch die eigentliche Idee war, die Musterkarten in einem zentralen Musterbüro herstellen zu lassen. Der Kunde eines „Würkers“ sollte sich ausschließlich auf die Stickerei konzentrieren. Entwurf und Fertigung der Musterkarten sollten nach Kundenwunsch in Dienstleistung erfolgen.</p>



<p>Bretschneider besprach die Idee mit seinem Plauener Schulfreund Paul Gunold. Mit Unterstützung der Firma Würker gründete Gunold 1927 in Plauen ein Zeichenatelier für den Entwurf und die Herstellung von Musterkarten für die Dreikopf-Stickmaschine. Die damals im Zeichenbüro Gunold in der Karolastraße 27 gefertigten Musterkarten trugen in den 1930er Jahren wesentlich zur Verbreitung des „Würkers“ bei. Doch mit dem Krieg kam auch das Ende des Plauener Musterbüros.</p>



<p>Gunold ging 1949 nach Westdeutschland. Es gelang ihm, Musterbretter sowie Punch- und Repetiertechnik für 68-mm-Karten mitzunehmen, so dass er seine Arbeit in Stockstadt/Main fortsetzen konnte. Nach dem Tod von Paul Gunold übernahm sein Sohn Heinz das Zeichenatelier. Er entwickelte das Unternehmen in den 1950er Jahren zu einem führenden Hersteller von Stickprogrammen auf Basis der 68-mm-Lochkarte weiter. Die Firma <a href="https://www.gunold.de/unternehmen/" data-type="URL" data-id="https://www.gunold.de/unternehmen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Gunold GmbH</span></a><span class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color"> </span>ist bis heute vor allem im Stickereibedarf und Garnvertrieb tätig.</p>



<p>In der DDR bemühte man sich nach dem Weggang von Paul Gunold um Ersatz. Vorerst wurden Musterkarten in Dresden beim Würker-Nachfolger, dem VEB Stickautomatenfabrik, hergestellt. Schon bald lagerte man die Kartenherstellung nach Limbach-Oberfrohna aus, wobei die Musterzeichnungen stets von der Firma Diersch &amp; Schmidt in Eibenstock erstellt wurden. Schließlich zentralisierte man Entwurf und Kartenherstellung für die 68-mm-Karten in Eibenstock. Das war eine Lösung, die bis 1990 Bestand hatte. Der Familienbetrieb <a href="https://www.fahnen-diersch.de/" data-type="URL" data-id="https://www.fahnen-diersch.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Diersch &amp; Schmidt</span></a>, der auf eine lange Tradition in der Klein- und Fahnenstickerei zurückblicken kann, ist bis heute in Eibenstock ansässig. Die 68-mm-Musterkarte ist dagegen vollständig von der digitalen Steuerung abgelöst worden.</p>
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		<title>Der legendäre &#8222;Würker&#8220;</title>
		<link>https://www.schaustickerei-plauen.de/der-legendaere-wuerker/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Jan 2022 12:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kleinstickmaschinen]]></category>
		<category><![CDATA[Kleinstickerei]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrkopf-Stickmaschine]]></category>
		<category><![CDATA[VOMAG]]></category>
		<category><![CDATA[Würker]]></category>
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					<description><![CDATA[Besonders erfolgreiche Maschinen werden oft mit dem Synonym des Herstellers versehen. Man kennt das von der &#8222;Singer&#8220;-Nähmaschine, vom Apple-PC &#8222;Mac&#8220;, vom &#8222;Tempo&#8220;-Taschentuch [&#8230;]]]></description>
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<p>Besonders erfolgreiche Maschinen werden oft mit dem Synonym des Herstellers versehen. Man kennt das von der &#8222;Singer&#8220;-Nähmaschine, vom Apple-PC &#8222;Mac&#8220;, vom &#8222;Tempo&#8220;-Taschentuch oder eben vom &#8222;Würker&#8220;-Stickautomat.</p>



<p>Der &#8222;Würker&#8220; gilt als die Urform aller Mehrkopf-Stickautomaten. Die Mustersteuerung erfolgt dabei mit einem 68 mm <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lochstreifen" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Lochstreifen" target="_blank"><span class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Lochstreifen</span></a>. Er ist das technologische Bindeglied zur automatisierten Kleinstickerei, die heute digitalisiert ist. Mit ihm konnten erstmalig identische Kleinserien unterschiedlicher Muster wie Monogramme, Embleme, Applikationen gestickt werden.</p>



<p>Es hatte bereits um 1900 nicht an Versuchen gefehlt, Stickereien in Kleinserien herzustellen. Hierbei erfolgte die Mustersteuerung stets über einen Pantograf. Besonders erfolgreich war die Firma Singer. Sie stellte ab 1911 eine Sechs-Kopf-Stickmaschine mit Pantografen-Steuerung her. Deren Produktion wurde Ende der 1930er Jahre eingestellt, da man in der Pantografen-Steuerung keine Perspektive sah.</p>



<p>Während sich an der Großstickmaschine die Lochkartensteuerung längst durchgesetzt hatte, gab es kaum Bemühungen Kleinstickmaschinen zu automatisieren. Es verwundert nicht, dass es gerade ein VOMAG-Ingenieur war, der sich diesem Problem annahm. Der Plauener Max Bretschneider tüftelte zu Beginn der 1920er Jahre an einer Lochkartensteuerung für die Kleinstickmaschine. Unterstützt wurde er dabei von Franz Josef Gahlert, einem in Bärenstein/Erzgeb. ansässigen Stickerei- und Textilfabrikant. Gahlert war möglicherweise sogar der Ideengeber, da er bereits im Mai 1921 ein Patent für eine &#8222;Automatische Einnadelstickmaschine&#8220; (D.R.P. Nr. 360754) eingereicht hatte. Patente zu der dann gemeinsam weiterentwickelten Maschine, die nun beide Tüftler benennen, erschienen 1925.</p>



<p>Gern hätte Bretschneider seine Erfindung in Plauen gemeinsam mit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Vogtl%C3%A4ndische_Maschinenfabrik" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Vogtl%C3%A4ndische_Maschinenfabrik" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">VOMAG</mark></a> zur Marktreife entwickelt. Doch dort winkte man ab, kein Interesse!<br>Schließlich fand Bretschneider in der Würker GmbH, Dresden, einen Förderer des Projektes. Die Firma stellte damals Zickzack-Nähmaschinen und Knopflochautomaten her. Der Geschäftsführer Karl Eduard Würker (1873-1945) erkannte das Potential dieser Erfindung und holte Bretschneider 1925 nach Dresden. Gemeinsam mit dem Ingenieur Max Scheibel wurde bei der Würker GmbH nun der Prototyp einer automatischen Kleinstickmaschine entwickelt. Das Ergebnis war eine Einkopf-Stickmaschine mit Lochbandsteuerung deren erstes Modell 1926 gebaut wurde. Später wurden zwei weitere, synchron arbeitende Stickmaschinenköpfe hinzugefügt. Damit entstand der Dreikopf-Stickautomat, der zum Standardmodell wurde. Im Patent &#8222;Mehrköpfige automatische Stickmaschine mit einem Stickrahmenträger&#8220; (D.R.P. Nr. 566392) ließ sich die Firma Würker im Februar 1931 die Mehrkopfstickmaschine umfassend schützen.</p>



<p>Später vermarktete die Würker GmbH zwei Modelle der Dreikopf-Stickmaschine mit Stichlängen von 4,0 mm (Modell 5) und 6,6 mm (Modell 7). Der Erfolg dieser ersten automatisierten Kleinstickmaschinen war überwältigend. Bis 1940 wurden ca. 4.000 Würker-Automaten hergestellt. In den 1930er Jahren wurde die Würker GmbH in Würker-Stickautomatenfabrik umbenannt und allmählich bürgerte sich der Name &#8222;Würker&#8220; für diese legendäre Stickmaschine ein.</p>



<p>Nach dem Krieg wurde die Würker-Stickautomatenfabrik im Zuge von Reparationsforderungen vollständig demontiert. Nach dem Tod von Karl Eduard Würker im April 1945 und dem Weggang seines Sohnes Heinz nach Westdeutschland erfolgte die Enteignung und vorläufige Umbenennung in VEB Stickautomatenfabrik, Dresden.<br>Die Startbedingungen für den &#8222;Würker&#8220; waren nach dem Krieg denkbar schlecht. Dennoch erlebte der Kleinstickautomat sowohl in der DDR, wie auch in Westdeutschland eine ungeahnte Renaissance. In leicht veränderter Form wurden in der DDR die Maschinen in den 1950er Jahren im VEB Spezialnähmaschinenwerk, Limbach, in den Varianten 3- und 4-Kopf-Stickautomat wieder produziert. Auch in Westdeutschland lebte der &#8222;Würker&#8220; weiter. Dort stellte die Firma Zangs ab 1951 einen Mehrkopf-Stickautomat nach dem Vorbild des Würker-Automaten her.<br>Das Konzept des legendären &#8222;Würkers&#8220; findet man bis heute in der modernen Mehrkopfstickerei mit teilweise über 40 digital gesteuerten Stickköpfen je Maschine.</p>
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		<title>Die Anfänge der Kurbelstickmaschine</title>
		<link>https://www.schaustickerei-plauen.de/die-anfaenge-der-kurbelstickmaschine/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Sep 2021 15:13:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kleinstickmaschinen]]></category>
		<category><![CDATA[Kurbelstickerei]]></category>
		<category><![CDATA[Kurbelstickmaschine]]></category>
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					<description><![CDATA[Eher im Schatten der vogtländischen Stickerei- und Spitzenindustrie entwickelte sich die Stickerei mit Kleinstickmaschinen. Die Kleinstickerei wurde der Konfektion zugeordnet. Dabei wird [&#8230;]]]></description>
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<p>Eher im Schatten der vogtländischen Stickerei- und Spitzenindustrie entwickelte sich die Stickerei mit Kleinstickmaschinen. Die Kleinstickerei wurde der Konfektion zugeordnet. Dabei wird oft übersehen, dass gerade im Vogtland und Westerzgebirge die Produktion mit Kleinstickmaschinen erhebliche Ausmaße erreichte und bei einigen Erzeugnissen mehr als 90% der Wertschöpfung ausmachte.</p>



<p>Eine besondere Kleinsticktechnik ist die Kurbelstickerei. Sie wird oft auch als <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kettenstich" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Kettenstich" target="_blank"><span class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Kettenstich</span></a>-Stickerei oder als Tambourieren bezeichnet und – im Gegensatz zur <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Plattstich" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Plattstich" target="_blank"><span class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Plattstich</span></a>-Stickerei – mit einer Häkelnadel ausgeführt. Als diese Sticktechnik 1775 von Klara Angermann (1754-1809) in Eibenstock eingeführt wurde, schuf dies einen neuen, für die Region äußerst gewinnbringenden Erwerbszweig.</p>



<p>Mit der aufkommenden Industrialisierung im Textilgewerbe fehlte es nicht an Versuchen, das Vernähen von Stoffen zu mechanisieren. Allein zwischen 1830 und 1845 wurden in England, Frankreich und Amerika über 30 Patente auf „Nähmaschinen“ erteilt, die nie eine Produktionsreife erreichten.</p>



<p>Lediglich eine Erfindung hatte bereits damals eine praktische Bedeutung, die des französischen Schneidermeister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Barth%C3%A9lemy_Thimonnier" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Barth%C3%A9lemy_Thimonnier" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Barthélemy Thimonnier (1793-1857)</mark></a>. Er entwickelte 1829 eine aus Holz gefertigte Maschine, die mit einem Kettenstich nähte. Im Jahr darauf gründete Thimonnier in Paris eine Fabrik, die seine Nähmaschine herstellte und in der gleichzeitig mit diesen Maschinen Uniformen geschneidert wurden. Die Pariser Schneider sahen darin eine Bedrohung ihrer Existenz und schon 1831 zerstörten Maschinenstürmer die erste Nähmaschinen-Fabrik. Doch die prinzipielle Funktionsweise des mechanisierten Kettenstiches hatte ihre Bewährungsprobe bestanden. Mehr eben nicht. So war der Stofftransport noch völlig ungelöst, er wurde mit Hand ausgeführt.</p>



<p>Bei den Nähmaschinen machte schließlich die Doppelsteppstich-Maschine von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Elias_Howe" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Elias_Howe" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Elias Howe (1819-1867)</mark></a> das Rennen, die 1846 patentiert wurde. Das Stichbildungsprinzip übernahm die Singer Company und vermarktete es erfolgreich. Die Thimonnier‘sche Kettenstich-Maschine schien damit in Vergessenheit zu geraten, zumal der Stofftransport weiterhin unzureichend war. Erst 1863 gelang dem französischen Schlosser Antoine Bonnaz (1836-1915) der entscheidende Durchbruch. Er entwickelte für die Thimonnier‘sche Maschine einen Transportmechanismus mittels einer Handkurbel. Mit dieser genialen Erfindung wurde die Kettenstichmaschine nun praxistauglich. Der Kurbelmechanismus zur Steuerung der Maschine erregte damals unter den Zeitgenossen großes Aufsehen.</p>



<p>Bonnaz verkaufte 1869 sein Patent an den Pariser Fabrikanten Emil Cornely (1824-1913), einem geborenen Deutschen, der die Maschine ursprünglich unter der Bezeichnung „Bonnaz Kurbel-Stickmaschine“ auf den Markt brachte. So wandelte sich die Kettenstich-Nähmaschine zu einer Kurbel-Stickmaschine, die einen Zierstich erzeugt. In den späten 1860er Jahren begann der Siegeszug dieser interessanten Maschine, die später auch unter dem Namen <a href="https://www.schaustickerei-plauen.de/die-cornely-maschine/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">„Cornely-Maschine“</mark></a> bekannt wurde. Sie kam damals in Frankreich, der Schweiz, aber auch im Westerzgebirge und Vogtland vor allem in der Gardinenstickerei zur Anwendung.</p>
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