<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Schiffchenstickmaschine &#8211; Schaustickerei</title>
	<atom:link href="https://www.schaustickerei-plauen.de/tag/schiffchenstickmaschine/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.schaustickerei-plauen.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Wed, 24 Sep 2025 10:04:27 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9</generator>

<image>
	<url>https://www.schaustickerei-plauen.de/wp-content/uploads/2021/03/cropped-favicon_t0-32x32.png</url>
	<title>Schiffchenstickmaschine &#8211; Schaustickerei</title>
	<link>https://www.schaustickerei-plauen.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Die Entstehung der Schiffli-Maschine</title>
		<link>https://www.schaustickerei-plauen.de/die-entstehung-der-schiffli-maschine/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Jun 2025 10:05:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Großstickmaschinen]]></category>
		<category><![CDATA[Handstickmaschine]]></category>
		<category><![CDATA[Schaustickerei]]></category>
		<category><![CDATA[Schiffchenstickmaschine]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.schaustickerei-plauen.de/?p=1427</guid>

					<description><![CDATA[Im Dezember 1899 wurde vor der Mittwochsgesellschaft Goßau (Schweiz) ein denkwürdiger Vortrag gehalten. Referent war Isaak Gröbli (1822-1917), er sprach über die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Im Dezember 1899 wurde vor der Mittwochsgesellschaft Goßau (Schweiz) ein denkwürdiger Vortrag gehalten. Referent war <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Isaak_Gr%C3%B6bli" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Isaak_Gr%C3%B6bli" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Isaak Gröbli (1822-1917)</mark></a>, er sprach über die Entstehung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schifflistickmaschine" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Schifflistickmaschine" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Schiffli- (Schiffchen-)Stickmaschine</mark></a>. 35 Jahre zuvor hatte er mit der Erfindung der Schiffli-Maschine eine neue Ära in der maschinellen Stickerei eingeleitet.</p>



<p>Zu Beginn der 1860er Jahre erlebte die <a href="https://www.schaustickerei-plauen.de/die-handstickmaschine/" data-type="link" data-id="https://www.schaustickerei-plauen.de/die-handstickmaschine/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Handstickmaschine</mark></a> ihren Siegeszug in der Stickerei. Mit ihr war man in der Lage verschiedene <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Plattstich" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Plattstich" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Plattstich-Stickereien</mark></a> (u.a. Kreuz-, Festonier- Hohl- oder Hexenstich) herzustellen. Darüber hinaus konnte man 150-200 gestickte Musterelemente in einem Arbeitsgang produzieren, ein enormer Produktivitätsgewinn gegenüber der Handarbeit. Niemand ahnte, dass schon bald eine neue Maschine die klassische Plattstich-Sticktechnik in Frage stellen sollte.</p>



<p>Isaak Gröbli, der aus der Weberei kam, interessierte sich für alle technischen Neuerungen im Textilgewerbe seiner Zeit. So auch für die ersten Nähmaschinen, die um 1850 aus Amerika nach Europa kamen. Fasziniert von der Stickerei, stellte er sich die Frage, ob die schnell und präzise laufende Nähmaschine mit der langsamen Handstickmaschine kombiniert werden könnte. Nachdem dies unmöglich erschien, reifte die Idee, das Prinzip der Nähmaschine für die Stickerei nutzbar zu machen. Die Bildung des Stickstiches sollte nun als Doppelsteppstich mit zwei Fäden auf Garnspulen ausgeführt werden, das war ungewöhnlich für die damalige Stickerei.</p>



<p>Gröbli baute ein Modell, mit dem er erste Stickereien im Doppelsteppstich-Verfahren herstellen konnte. Das Ergebnis war durchaus vorzeigbar, was die Suche nach potentiellen Investoren erleichterte. Eine erste größere Versuchsmaschine mit 24 Nadeln konnte Anfang 1864 fertiggestellt werden. Damit begann die eigentliche Arbeit zur Verbesserung der neuen Stickmaschine, u.a. der Nadeln, des Schiffchens und des Zusammenwirkens aller Bauteile. Inzwischen konnte auch die Maschinenfabrik J. J. Rieter &amp; Co. in Winterthur für die Unterstützung des Vorhabens gewonnen werden.</p>



<p>Nach vielen Versuchen und Verbesserungen wurde 1865 eine erste Schiffchen-Stickmaschine bei Rieter &amp; Co. gebaut, der im gleichen Jahr drei weitere folgten. Anfänglich war es schwer, für die sogenannte „Schiffli-Ware“ Käufer zu finden, da sich das Stickbild von klassischer Plattstich-Stickerei deutlich unterscheidet. Dennoch fand die neue Entwicklung zunehmend Aufmerksamkeit, und so erhielt Schiffli-Ware bei der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Weltausstellung_Paris_1867" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Weltausstellung_Paris_1867" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Pariser Weltausstellung 1867</mark></a> eine „Anerkennungs-Medaille“. Ein weiterer Achtungserfolg war die Fortschritts-Metaille auf der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Weltausstellung_1873" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Weltausstellung_1873" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Wiener Weltausstellung 1873</mark></a> für eine Stickerei in Wülflingen/Winterthur mit auf Schiffchen-Stickmaschinen erzeugter Ware. Allmählich entwickelte sich die „Schiffli-Ware“ zu einem Standardartikel in der Stickerei.</p>



<p>Ende der 1870er Jahre begannen nun auch andere Maschinenbauer Schiffchen-Stickmaschinen herzustellen, so neben der Firma Rieter auch die Schweizer Firmen Saurer und Martini. 1883 folgte die Maschinenfabrik Kappel (Chemnitz) und 1884 die Fabrik J. C. &amp; H. Dietrich in Plauen. Damit hatte sich die Schiffchen-Stickerei endgültig etabliert. Als Isaak Gröbli 1899 seinen Vortrag hielt, waren bereits über 2000 Schiffchen-Stickmaschinen weltweit im Einsatz. Mit der damals beginnenden Automatisierung sollte die Schiffchen-Stickmaschine eine weitere Vervollkommnung erfahren.</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>VOMAG-Automat Nr. 439</title>
		<link>https://www.schaustickerei-plauen.de/vomag-automat-nr-439/</link>
					<comments>https://www.schaustickerei-plauen.de/vomag-automat-nr-439/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Feb 2025 09:35:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Großstickmaschinen]]></category>
		<category><![CDATA[Schaustickerei]]></category>
		<category><![CDATA[Schiffchenstickmaschine]]></category>
		<category><![CDATA[Stickmaschine]]></category>
		<category><![CDATA[VOMAG]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.schaustickerei-plauen.de/?p=868</guid>

					<description><![CDATA[Der VOMAG-Stickautomat mit der Seriennummer 439 gehört zu den oft bestaunten Exponaten der Schaustickerei. Er steuert die Stickvorgänge einer Großstickmaschine (Schiffchenstickmaschine) mittels [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der VOMAG-Stickautomat mit der Seriennummer 439 gehört zu den oft bestaunten Exponaten der Schaustickerei. Er steuert die Stickvorgänge einer Großstickmaschine (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schifflistickmaschine" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Schifflistickmaschine" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Schiffchenstickmaschine</span></a>) mittels einer Lochkarte. Das Zusammenspiel von Automat und Stickmaschine funktioniert perfekt, wovon man sich bei den Vorführungen überzeugen kann. Heute würde die Steuerung ein Computer erledigen, doch um 1910 waren dafür etwa eine Tonne perfekt aufeinander abgestimmter Eisenteile notwendig &#8211; eine technische Meisterleistung der vogtländischen Maschinenbauer.</p>



<p>Bei näherer Betrachtung war diese Meisterleistung der <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Vogtl%C3%A4ndische_Maschinenfabrik" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Vogtl%C3%A4ndische_Maschinenfabrik" target="_blank"><span class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">VOMAG</span></a> keineswegs selbstverständlich. Zwar hatte man ab 1902 mit dem Bau von Stickautomaten nach dem sog. Gröbli-System des gebürtigen Schweizers Arnold Gröbli begonnen und einige hundert Geräte in Lizenz gebaut, doch der damalige Direktor der VOMAG, <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Zahn_(Konstrukteur)" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Zahn_(Konstrukteur)" target="_blank"><span class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Robert Zahn</span></a>, wollte mehr. So beauftragte er ein Konstrukteursteam mit der Entwicklung eines eigenen Automaten unter Umgehung der Gröbli-Patente. <br>Im Jahr 1908 wurde der VOMAG-Automat nach dem neuen System-Zahn (Robert Zahn) zum Patent angemeldet. Die Serienfertigung sollte bereits Anfang 1910 anlaufen. Der Termin war äußerst ambitioniert. Um ihn halten zu können, entschloss sich die VOMAG, vorerst einige Baugruppen aus dem Gröbli-Automat weiterhin zu verwenden. Die hierfür anfallenden Lizenzgebühren nahm man in Kauf. Tatsächlich wurde im April 1910 die erste Serie eines eigenen VOMAG-Automaten ausgeliefert, der jedoch noch lizensierte Baugruppen enthielt. Bald konnten auch diese von eigenen Entwicklungen abgelöst werden.</p>



<p>Unserer Automat Nr. 439 ist der letzte Vertreter dieser ersten Serie von VOMAG-Stickautomaten, in dem noch Teile des alten Gröbli-Automaten verbaut waren. Er wurde Ende 1910 hergestellt und gemeinsam mit einer VOMAG-Schiffchenstickmaschine Anfang 1911 an die Stickereiwerke AG in Plauen ausgeliefert. 1924 wurden die Maschinen von der Stickereiwerke AG ausgemustert und an die Stickerei Obstgartenweg verkauft. Und hier läuft dieser Stickautomat der ersten VOMAG-Serie noch heute, wie das berühmte „Schweizer Uhrwerk“, allerdings, „Made in Plauen“.</p>



<p><br></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.schaustickerei-plauen.de/vomag-automat-nr-439/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Spitzenmuster &#8211; Spitzenmode</title>
		<link>https://www.schaustickerei-plauen.de/spitzenmuster-spitzenmode/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Sep 2023 11:25:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Spitze & Stickerei]]></category>
		<category><![CDATA[Plauener Spitze]]></category>
		<category><![CDATA[Schiffchenstickmaschine]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzenkragen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.schaustickerei-plauen.de/?p=1211</guid>

					<description><![CDATA[Mit der Einführung der Schiffchenstickmaschine in Plauen konnten ab 1883 technisch anspruchsvolle Muster mit der Maschine ausgeführt werden. Auch die neuen Tüll- [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Mit der Einführung der <a href="https://www.schaustickerei-plauen.de/eine-stickmaschinen-story/" data-type="link" data-id="https://www.schaustickerei-plauen.de/eine-stickmaschinen-story/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Schiffchenstickmaschine</mark></a> in Plauen konnten ab 1883 technisch anspruchsvolle Muster mit der Maschine ausgeführt werden. Auch die neuen Tüll- und Ätzsspitzen erschlossen der Branche völlig neu Muster und zusätzliche Gestaltungsmöglichkeit. Durch die maschinelle Herstellung sanken gleichzeitig die Preise für Stickerei und Spitze, so dass die Erzeugnisse für den Massenmarkt interessant wurden.<br>Dennoch war und ist Spitze ein Luxusprodukt. So gehörte es zum Geschäft der Spitzenhändler, aktuelle Modetrends rechtzeitig zu erkennen und zu bedienen. </p>



<p>Spitzenhersteller und Handelshäuser, die um 1900 <a href="https://kunstgewerbemuseum.skd.museum/ausstellungen/nouveautes-kunstschule-und-spitzenindustrie-in-plauen/" data-type="link" data-id="https://kunstgewerbemuseum.skd.museum/ausstellungen/nouveautes-kunstschule-und-spitzenindustrie-in-plauen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Spitzen-Neuheiten (Nouveautés)</mark></a> anboten, konnten gerade in der Haute Couture enorme Gewinne erzielen &#8211; aber auch viel verlieren. Zwar wurden die Designs in Plauen entwickelt und hergestellt, die Modetrends kamen jedoch aus Paris, New York oder Wien. Deshalb pflegten die Plauener Spitzenfirmen und Handelshäuser intensive Geschäftskontakte zu den Modemetropolen, oft unterhielt man eigene Handelsvertretungen. Die Anbieter von Nouveautés versuchten die Risiken zu minimieren, indem sie intensiv die Modezeitschriften und die Angebote internationaler Musterdienste studierten, um aktuelle Trends zu erkennen. Da Muster von Konkurrenten häufig kopiert wurden, war Geheimhaltung oberstes Gebot. Gleichermaßen mussten Nouveauté-Fabrikanten sehr schnell auf die Bedürfnisse des wechselhaften Modemarktes reagieren.<br><br>Gerade um 1900 trafen in der Mode zwei Stilepochen aufeinander. Einerseits gab es traditionelle Spitzen-Designs, die sich am Historismus orientierten, andererseits bemühten sich junge Dessinateure (Musterzeichner) um moderne, vom Jugendstil inspirierte Spitzen-Designs. Sie wurden unter der Herkunftsbezeichnung „Plauener Phantasiespitze“ bekannt. Neben den stilistischen Entwicklungen reizte man die technischen Möglichkeiten der Stickmaschine immer weiter aus. So stickte man Spitzen mit Struktur- und Reliefcharakter oder kombinierte Tüll- mit Luftspitzen.</p>



<p>Wegen all dieser Herausforderungen entstanden zwischen 1885 und 1913 in Plauen sehr viele Designs in Tüll- und Ätzspitze, die sich recht erfolgreich auf internationalen Messen und Märkten behaupten konnten. Wesentlichen Anteil an der Musterentwicklung hatte die Ausbildung von Dessinateuren an der Königlichen Industrieschule, ab 1903 <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Staatliche_Kunstschule_f%C3%BCr_Textilindustrie_Plauen" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Staatliche_Kunstschule_f%C3%BCr_Textilindustrie_Plauen" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Kunstschule für Textilindustrie Plauen</mark></a>. Dabei darf nicht übersehen werden, dass Konkurrenz und häufig wechselnde Moden die Kosten für die Musterentwicklung in die Höhe trieben, betrug deren Kostenanteil am Erzeugnis vor 1900 noch 8-10%, stieg er danach auf 10-15%. Bereits nach 1913 endete auch bei der Musterentwicklung dieser Höhenflug der Plauener Spitze.</p>



<p>In den Sammlungsbeständen des Vogtlandmuseums und der Schaustickerei befinden sich zahlreiche Entwürfe, Musterbücher und Musterkarten bedeutender Plauener Spitzenfabriken und Musterzeichnerbüros dieser Zeit. Hierzu gehören u.a. Muster der Firmen W. Berkling, F. Seidel, E. Schmalfuß &amp; Söhne (Falkenstein), G. Baier (Pausa) sowie Mustersammlungen von Nouveautés des Musterbüros Michaelis &amp; Feiler aus den Jahren 1890-1912 und der Firma Gebrüder Lay aus den Jahren 1906-1914.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Hauch von VOMAG-Lkw</title>
		<link>https://www.schaustickerei-plauen.de/ein-hauch-von-vomag-lkw/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Apr 2023 12:36:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Großstickmaschinen]]></category>
		<category><![CDATA[Bobine]]></category>
		<category><![CDATA[Schiffchenstickmaschine]]></category>
		<category><![CDATA[Spulmaschine]]></category>
		<category><![CDATA[VOMAG]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.schaustickerei-plauen.de/?p=1022</guid>

					<description><![CDATA[Mit dem um 1900 beginnenden Aufstieg der Vogtländischen Maschinenfabrik AG (VOMAG) zum Weltmarktführer im Stickmaschinenbau wurden auch viele Hilfsmaschinen der Stickerei neu- [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Mit dem um 1900 beginnenden Aufstieg der Vogtländischen Maschinenfabrik AG (VOMAG) zum Weltmarktführer im Stickmaschinenbau wurden auch viele Hilfsmaschinen der Stickerei neu- oder weiterentwickelt. Darunter sind u.a. die Spitzen-Bohrerschleifmaschine, die Repetiermaschine oder die Bobinenspulmaschine.<br>&nbsp;<br>Gerade die <a rel="noreferrer noopener" href="https://sachsen.museum-digital.de/object/19484" target="_blank"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Bobinenspulmaschine</mark></a>, hat die Entwicklung der Schiffchenstickmaschine maßgeblich beeinflusst. Als der Schweizer <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Isaak_Gr%C3%B6bli" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Isaak_Gr%C3%B6bli" target="_blank"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Isaac Gröbli</mark></a> 1863 den ersten Prototyp einer Schiffchenstickmaschine konstruierte, musste für den Schiffchenfaden eine spezielle Spule, die Bobine, gewickelt werden. Zu diesem Zweck erfand Gröbli gleich eine Bobinenspulmaschine mit, die 1865 von der Schweizer Firma J. J. Rieter &amp; Cie in Serie gefertigt und mit den ersten Schiffchenstickmaschinen ausgeliefert wurde. In den folgenden Jahrzehnten gehörten Bobinenspulmaschinen zur Palette vieler großen Stickmaschinenhersteller.<br>&nbsp;<br>Von den Schweizer Firmen Rieter, Casati Carlo oder anderen kleinen Herstellern sind verschiedene Exemplare erhalten geblieben. Diese waren auch im Vogtland die Standardspulmaschinen in der Schiffchenstickerei. Über die Bobinenspulmaschinen der VOMAG ist wenig bekannt. Doch auch diese wurden vom Plauener Maschinenbauer hergestellt und sind im VOMAG-Katalog von 1912 dokumentiert.<br>&nbsp;<br>Seit kurzem ist die Schaustickerei im Besitz einer Bobinenspulmaschine aus der VOMAG. Möglicherweise ist sie eine der Letzten ihrer Art, denn die produzierten Stückzahlen dürften eher gering gewesen sein. Wie erste Untersuchungen zeigen stammt die Maschine aus der ersten Hälfte der 1920er Jahre. Inwieweit die Maschinenummer 1269 Auskunft über die produzierten Stückzahlen von VOMAG-Spulmaschinen gibt, ist umstritten.</p>



<p>In den 1920er Jahren war die Herstellung von Stickmaschinen und deren Zubehör für die VOMAG kaum noch von Interesse. Der Produktionsschwerpunkt hatte sich auf den Fahrzeug- und Druckmaschinenenbau, aber auch auf den Bau moderner Webstühle verlagert. Die neue Ausrichtung spiegelt sich in verschiedenen Neuentwicklungen der VOMAG aus dieser Zeit wider. So auch in der Bobinenspulmaschine: Schaut man sich im Räderkasten der Maschine die Kupplung und die Zahnräder an, so erinnert dies an ein Lkw-Getriebe &#8211; en miniature. Die tadellose <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schr%C3%A4gverzahnung" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Schr%C3%A4gverzahnung" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Pfeilverzahnung der Zahnräder</mark></a> ist in der Lage große Drehmomente zu übertragen. Dies ist im Fahrzeugbau üblich, bei Spulmaschinen eher selten.<br>Je nach Größe der Schiffchen kann die Maschine auf verschiedene Bobinenlängen und -dicken durch Umstellungen der Schaltgestänge eingerichtet werden. Nach Erreichen der Endgröße wird der Faden abgeschnitten, die Bobine auf dem Wickeldorn nach vorn geschoben und ausgeworfen.<br>&nbsp;<br>Die Spulmaschinen der VOMAG erreichten nie eine größere Verbreitung, über die Gründe können wir nur mutmaßen. Dennoch ist auch die Bobinenspulmaschine aus den 1920er Jahren mit ihrer robusten Technik und den präzise aufeinander abgestimmten Arbeitsgängen ein interessantes Stück Plauener Ingenieurskunst.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eine Stickmaschinen-Story</title>
		<link>https://www.schaustickerei-plauen.de/eine-stickmaschinen-story/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Oct 2021 09:54:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Großstickmaschinen]]></category>
		<category><![CDATA[Lohnstickerei]]></category>
		<category><![CDATA[Pantograf]]></category>
		<category><![CDATA[Plauener Spitze]]></category>
		<category><![CDATA[Schiffchenstickmaschine]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.schaustickerei-plauen.de/?p=948</guid>

					<description><![CDATA[Einst war sie das „Arbeitspferd“ der vogtländischen Stickerei- und Spitzenindustrie: die Schiffchenstickmaschine mit Mustersteuerung durch einen Pantograf. Allein 1911 gab es im [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Einst war sie das „Arbeitspferd“ der vogtländischen Stickerei- und Spitzenindustrie: die Schiffchenstickmaschine mit Mustersteuerung durch einen <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pantograf" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Pantograf" target="_blank"><span class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Pantograf</span></a>. Allein 1911 gab es im Vogtland an die 9.700 dieser Maschinen, das waren 63% aller Großstickmaschinen. Heute gilt dieser Maschinentyp &#8211; bis auf wenige Museumsexemplare – als ausgestorben.</p>



<p>Eine dieser frühen Schiffchenstickmaschinen befindet sich in der Schaustickerei und wird hier noch regelmäßig vorgeführt. Ursprünglich stammt die Maschine aus einer kleinen Stickerei in Pausa, die 1991 aufgelöst wurde. Nach der Demontage der 5 t schweren Maschine wurde sie von unserem Verein gesichert und eingelagert. Als die organisatorischen und baulichen Voraussetzungen in der Schaustickerei geschaffen waren, konnte die Maschine 1998 aufgestellt und in ihrer Funktionstüchtigkeit wieder hergestellt werden.<br>Manche dieser alten Stickmaschinen können ganz eigene Geschichten ihrer Besitzer erzählen – von Hoffnung und Glück, oft aber auch von Mühen und Enttäuschungen. Es war deshalb interessant, die Herkunft unserer Maschine zu ergründen.</p>



<p>Die Pantografen-<a rel="noreferrer noopener" href="https://sachsen.museum-digital.de/object/1098" data-type="URL" data-id="https://sachsen.museum-digital.de/object/1098" target="_blank"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Schiffchenmaschine mit der Maschinennummer 12566</mark></a> war im Jahr 1900 in der <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinenfabrik_Kappel" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinenfabrik_Kappel" target="_blank"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Maschinenfabrik K</mark></a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinenfabrik_Kappel" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinenfabrik_Kappel"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">appel AG</mark></a>, Chemnitz, gebaut worden. Am 26. Nov. 1900 wurde sie von der Stickerei Alwin Rudolph in Pausa erworben. Die Stickerei selbst war 1899 von Alwin Rudolph in der Zeulenrodaer Str. 38 gegründet worden. Wie viele Stickereien in Vogtland war sie eine typische Lohnstickerei, die u.a. für die Firmen Mutschmann &amp; Eisentraut, später C. R. Wittmann, und Emil Reußner stickte. Als der Firmengründer Alwin Rudolph 1916 im 1. Weltkrieg fiel, mussten seine Frau Rosa gemeinsam mit ihren fünf Kindern die Stickerei allein weiter betreiben. Vor allem der älteste Sohn Walter war gefordert, schon in jungen Jahren die Rolle des Vaters im Betrieb zu übernehmen. Er lernte Sticker und Maschinenschlosser und führte später die Stickerei unter dem Namen „Walter Rudolph – Spitzen und Stickereien“ weiter.</p>



<p>Die Stickerei Rudolph verfügte insgesamt über drei Stickmaschinen, eine Hilscher-Stickmaschine, einen VOMAG-Automat und die Kappel-Maschine. Gerade die Kappel-Schiffchenmaschine wurde von Walter Rudolph oft als Mustermaschine genutzt. Mit einem Plauener Musterzeichner entwickelte er darauf eine eigene kleine Kollektion für Damenunterwäsche, die er selbst in Limbach-Oberfrohna, Apolda und Plauen vermarktete. Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Firma Walter Rudolph weiter wachsen. Die große Nachfrage nach Luftspitze, vor allem Spitzendecken, machte dies möglich. Im Zuge des zunehmenden Drucks der DDR-Regierung zur Verstaatlichung kleiner Privatbetriebe ging Walter Rudolph 1965 eine Verkaufs- und Exportgemeinschaft mit dem VEB Spitze-Bekleidung-Pausa ein. Damit entging die Stickerei Rudolph den Verstaatlichungsmaßnahmen der Jahre 1972/73. Trotz des immensen Arbeitspensums, als selbständiger Lohnsticker, blieb Walter Rudolph auch im fortgeschritten Alter der Stickerei und seinem Betrieb treu.<br>Erst im Jahr 1989, im Alter von 88 Jahren, gab Walter Rudolph das Stickereigewerbe endgültig auf. Er starb bereits im darauffolgenden Jahr. <br>Nur das Betriebsgebäude in der Zeulenrodaer Str. 38 und die alte Pantografen-Schiffchenstickmaschine in der Schaustickerei erinnern heute noch an die kleine Pausaer Stickerei von Walter Rudolph.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
