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	<title>Kurbelstickmaschine &#8211; Schaustickerei</title>
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	<title>Kurbelstickmaschine &#8211; Schaustickerei</title>
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		<title>Erzgeb.-vogtl. Kurbelstickerei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Mar 2022 15:26:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kleinstickmaschinen]]></category>
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		<category><![CDATA[Kurbelstickerei]]></category>
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					<description><![CDATA[Nachdem wir die Anfänge der Kurbelstickmaschine beschrieben haben, möchten wir uns nun ihrer Verbreitung im Erzgebirge und Vogtland am Ende des 19. [&#8230;]]]></description>
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<p>Nachdem wir die <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.schaustickerei-plauen.de/die-anfaenge-der-kurbelstickmaschine/" data-type="URL" data-id="https://www.schaustickerei-plauen.de/die-anfaenge-der-kurbelstickmaschine/" target="_blank"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Anfänge der Kurbelstickmaschine</mark></a> beschrieben haben, möchten wir uns nun ihrer Verbreitung im Erzgebirge und Vogtland am Ende des 19. Jahrhunderts widmen.</p>



<p>Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Clara_Angermann" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Clara_Angermann" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Tambourieren</mark></a> entwickelte sich ab 1780 zu einem bedeutenden Industriezweig im westlichen Erzgebirge. Die aufwändigen Kettenstich-Stickereien aus der Region Eibenstock waren bei Verlegern gefragt. Dass eine neue <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kettenstich" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Kettenstich" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Kettenstich</mark></a>-Maschine das Tambourieren mit Hand alsbald ablösen sollte, schien wenig wahrscheinlich.<br>Als 1868 die erste Kettenstich-Maschine mit einer Kurbelsteuerung (Kurbelstickmaschine) in Plauen vorgestellt wurde, war die Neugier bei vielen Stickern groß. Das Interesse am Kauf der Maschine dagegen äußerst gering. Zwar erzeugte sie einen tadellosen Kettenstich, doch das hatte seinen Preis. Die Maschine der französischen Firma Cornely kostete damals 560 Mark (ca. 3.800 €), viel zu viel für das Budget der Heimarbeiter.</p>



<p>Ein Anderer sollte das Potential der <a href="https://sachsen.museum-digital.de/object/1095" data-type="URL" data-id="https://sachsen.museum-digital.de/object/1095" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Kurbelstickmaschine</mark></a> für die heimische Hausindustrie erschließen: Ludwig Gläss, ein Nähmaschinenhändler aus Eibenstock. Er kaufte um 1870 mehrere Cornely-Maschinen und bot diese zu günstigen Bedingungen mit kostenloser Schulung an. Bereits 1873 konnte Gläss, neben seinem Hauptgeschäft in Eibenstock, Filialen in Plauen und Schwarzenberg betreiben, wo er neben Nähmaschinen auch Kurbelstickmaschinen anbot. Trotz anfänglich großer Skepsis nahm das Tambourieren mit der Maschine in den 1870er Jahren im Erzgebirge und Vogtland Fahrt auf.</p>



<p>Was zuvor mit der Hand tambouriert wurde – Damenkleider, Gardinen, Schutzdecken (sogenannte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Antimakassar" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Antimakassar" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Antimakassare</mark></a>), aber auch Tücher für den Export nach Spanien, Tischdecken und Taschentücher für Hamburger Handelshäuser usw. – übernahm nach und nach die Cornely-Maschine. Auch in Chemnitz und Limbach wurden nun Cornely-Maschinen zum Verzieren von Handschuhen und Strümpfen eingesetzt.</p>



<p>Das wachsende Interesse an Cornely-Maschinen hatte zur Folge, dass in Deutschland mehrere Kurbelstickmaschinen-Fabriken entstanden. So wurden in Berlin 1873 Schirmer, Blau &amp; Co. und 1877 Lintz &amp; Eckhardt gegründet – die bekanntesten deutschen Hersteller. Auch die Maschinenfabrik Kappel in Chemnitz, die Firma G. Stein in Berlin u.a. entwickelten eigene Kurbelstickmaschinen, die jedoch weniger erfolgreich waren.<br>Der Wettbewerb der Maschinenbauer trieb die technische Entwicklung in den 1880er und 90er Jahren voran. Es entstanden feinmechanische Meisterwerke, die mit verschiedenen Zusatzeinrichtungen ungewöhnliche Zierstiche ermöglichten. Neben Ketten- und Moosstich konnten nun auch Litzen und Schnüre (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Soutache" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Soutache" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Soutache</mark></a>) aufgenäht werden. Es gab mehrnadlige Maschinen für nebeneinanderliegende Sticknähte oder Zweifaden-Kurbelmaschinen für schnurähnliche Verzierungen. Auch Perlen- und Paillettenstickereien waren mit diesen Maschinen möglich.</p>



<p>Vor allem die Modegeschäfte im In- und Ausland, aber auch Militär, Polizei und Feuerwehr oder die zahlreichen Vereine mit ihren Uniformen, Fahnen und Abzeichen waren dankbare Abnehmer von Kurbelstickereien.<br>Bereits 1889 waren in Deutschland über 24.000 Kurbelstickmaschinen im Einsatz. Sachsens vielfältige Textilindustrie war der größte Abnehmer von Kurbelmaschinen, hier liefen damals ca. 6.000 Maschinen. Die meisten dieser Maschinen ratterten in den Stuben der Heimarbeiter, verstreut über die Dörfer von Erzgebirge und Vogtland.</p>
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		<title>Die Anfänge der Kurbelstickmaschine</title>
		<link>https://www.schaustickerei-plauen.de/die-anfaenge-der-kurbelstickmaschine/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Sep 2021 15:13:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kleinstickmaschinen]]></category>
		<category><![CDATA[Kurbelstickerei]]></category>
		<category><![CDATA[Kurbelstickmaschine]]></category>
		<category><![CDATA[Schaustickerei]]></category>
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					<description><![CDATA[Eher im Schatten der vogtländischen Stickerei- und Spitzenindustrie entwickelte sich die Stickerei mit Kleinstickmaschinen. Die Kleinstickerei wurde der Konfektion zugeordnet. Dabei wird [&#8230;]]]></description>
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<p>Eher im Schatten der vogtländischen Stickerei- und Spitzenindustrie entwickelte sich die Stickerei mit Kleinstickmaschinen. Die Kleinstickerei wurde der Konfektion zugeordnet. Dabei wird oft übersehen, dass gerade im Vogtland und Westerzgebirge die Produktion mit Kleinstickmaschinen erhebliche Ausmaße erreichte und bei einigen Erzeugnissen mehr als 90% der Wertschöpfung ausmachte.</p>



<p>Eine besondere Kleinsticktechnik ist die Kurbelstickerei. Sie wird oft auch als <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kettenstich" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Kettenstich" target="_blank"><span class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Kettenstich</span></a>-Stickerei oder als Tambourieren bezeichnet und – im Gegensatz zur <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Plattstich" data-type="URL" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Plattstich" target="_blank"><span class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Plattstich</span></a>-Stickerei – mit einer Häkelnadel ausgeführt. Als diese Sticktechnik 1775 von Klara Angermann (1754-1809) in Eibenstock eingeführt wurde, schuf dies einen neuen, für die Region äußerst gewinnbringenden Erwerbszweig.</p>



<p>Mit der aufkommenden Industrialisierung im Textilgewerbe fehlte es nicht an Versuchen, das Vernähen von Stoffen zu mechanisieren. Allein zwischen 1830 und 1845 wurden in England, Frankreich und Amerika über 30 Patente auf „Nähmaschinen“ erteilt, die nie eine Produktionsreife erreichten.</p>



<p>Lediglich eine Erfindung hatte bereits damals eine praktische Bedeutung, die des französischen Schneidermeister <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Barth%C3%A9lemy_Thimonnier" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Barth%C3%A9lemy_Thimonnier" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Barthélemy Thimonnier (1793-1857)</mark></a>. Er entwickelte 1829 eine aus Holz gefertigte Maschine, die mit einem Kettenstich nähte. Im Jahr darauf gründete Thimonnier in Paris eine Fabrik, die seine Nähmaschine herstellte und in der gleichzeitig mit diesen Maschinen Uniformen geschneidert wurden. Die Pariser Schneider sahen darin eine Bedrohung ihrer Existenz und schon 1831 zerstörten Maschinenstürmer die erste Nähmaschinen-Fabrik. Doch die prinzipielle Funktionsweise des mechanisierten Kettenstiches hatte ihre Bewährungsprobe bestanden. Mehr eben nicht. So war der Stofftransport noch völlig ungelöst, er wurde mit Hand ausgeführt.</p>



<p>Bei den Nähmaschinen machte schließlich die Doppelsteppstich-Maschine von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Elias_Howe" data-type="link" data-id="https://de.wikipedia.org/wiki/Elias_Howe" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">Elias Howe (1819-1867)</mark></a> das Rennen, die 1846 patentiert wurde. Das Stichbildungsprinzip übernahm die Singer Company und vermarktete es erfolgreich. Die Thimonnier‘sche Kettenstich-Maschine schien damit in Vergessenheit zu geraten, zumal der Stofftransport weiterhin unzureichend war. Erst 1863 gelang dem französischen Schlosser Antoine Bonnaz (1836-1915) der entscheidende Durchbruch. Er entwickelte für die Thimonnier‘sche Maschine einen Transportmechanismus mittels einer Handkurbel. Mit dieser genialen Erfindung wurde die Kettenstichmaschine nun praxistauglich. Der Kurbelmechanismus zur Steuerung der Maschine erregte damals unter den Zeitgenossen großes Aufsehen.</p>



<p>Bonnaz verkaufte 1869 sein Patent an den Pariser Fabrikanten Emil Cornely (1824-1913), einem geborenen Deutschen, der die Maschine ursprünglich unter der Bezeichnung „Bonnaz Kurbel-Stickmaschine“ auf den Markt brachte. So wandelte sich die Kettenstich-Nähmaschine zu einer Kurbel-Stickmaschine, die einen Zierstich erzeugt. In den späten 1860er Jahren begann der Siegeszug dieser interessanten Maschine, die später auch unter dem Namen <a href="https://www.schaustickerei-plauen.de/die-cornely-maschine/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color">„Cornely-Maschine“</mark></a> bekannt wurde. Sie kam damals in Frankreich, der Schweiz, aber auch im Westerzgebirge und Vogtland vor allem in der Gardinenstickerei zur Anwendung.</p>
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